Wie alles
begann
Vor zehn Jahren befand ich mich in einer persönlichen Ausnahme-
und Notsituation. Ich suchte nach einem Weg, meine Ernährung
individueller, freudvoller und vor allem im Einklang mit meinem
Wohlbefinden auszurichten.
Ohne komplizierte Regeln. Ohne Einschränkungen, Verbote oder
dem Gefühl von Entbehrung.
Als freiheitsliebende, selbstbestimmte, feinfühlige Powerfrau
war mir genau das besonders wichtig.
Und ich weiß: Da draußen gibt es viele wunderbare Frauen, die
vielleicht gerade an dem Punkt stehen, an dem ich damals war,
und nach genau diesem Weg suchen, den ich zu jener Zeit, noch
nichtsahnend, entwickelt habe.
Der
Ausgangspunkt
Zu diesem Zeitpunkt war ich seit vier Jahren
Nichtraucherin.
In diesen vier Jahren nahm ich rund zehn Kilogramm zu.
Interessanterweise waren es nicht die zehn Kilogramm mehr, die
mich zunehmend störten.
Im Gegenteil, das „Mehr“ an Susana in der Welt mochte ich
sogar.
Was mich wirklich störte, war die ungewohnte Einschränkung
meiner körperlichen Bewegungsfreiheit.
Ich spürte sie besonders beim Tanzen, aber auch im Alltag, beim
Fahrradfahren, beim Treppensteigen und durch eine schnellere
Ermüdung der Muskulatur.
Hinzu kamen merkwürdige Beschwerden in meinen Fingergelenken,
ein Spannungsgefühl, leichte Schmerzen und das ein oder andere
sonderbare Wehwehchen.
Das kannte ich so nicht von mir, von meinem Körper.
Der Tanz war schon immer mein Zugang zu meinem Körper, mein
Raum für Ausdruck, Freiheit und feine Wahrnehmung. Und genau
dort, beim Tanzen, wurde mir deutlich, dass sich in meinem
Körper etwas verändert hatte.
Und irgendwann war klar: Ich möchte etwas verändern.
Der Wunsch nach einem anderen Weg.
Mein Wunsch war es, wieder in einen vertrauten, beweglicheren
und leichteren Zustand zurückzukommen. Und ja, das bedeutete
auch: abnehmen.
Aber wie?
Diäten und Radikalmethoden kamen für mich absolut nicht
infrage.
Aber was dann?
Ich wünschte mir etwas, das mit weniger Aufwand und
Vorbereitung auskommt als die meisten Fastenkonzepte es
vorsehen.
Mit Arbeit, Selbständigkeit und Kind musste es leicht umsetzbar
und gut in den Alltag integrierbar sein.
Ich wollte weiterhin essen und kauen dürfen und lieber
allmählich statt abrupt, dafür aber nachhaltig meinen
Wohlfühlzustand und mein Wohlfühlgewicht erreichen. Denn mir
war klar, dass alles, was übers Knie gebrochen wird und zu
schnellen Zielen führen soll, keine langfristige Wirkung
hat.
Die innere
Suche
Das Intuitive Fasten ist nicht aus einem theoretischen Konzept,
einer Methode oder einem vorgefertigten System
entstanden.
Es entwickelte sich aus einer persönlichen Suche, in einer
Phase der Stille und der eigenen Hinwendung zu mir selbst,
getragen von dem Glauben daran, dass es einen anderen, für mich
stimmigeren Weg gibt.
Einen Weg ohne Kampf. Ohne Verzicht. Ohne Kontrolle.
Einen Weg, der meinem Wesen entspricht.
Mir fiel auf, dass alles, was ich auf dem Markt finden konnte,
nichts mit einem bewussten Zugang und Umgang mit dem Körper zu
tun hatte.
Im Gegenteil. Auch die Konzepte, die zunächst intuitiv oder
sanfter wirkten, erwiesen sich bei genauerem Hinsehen für mich
persönlich als zu sehr business- und massenorientiert und zu
wenig individuell auf den Menschen ausgerichtet.
Mein Zugang zum Körper war kein neuer. Durch meinen Weg im Tanz
hatte ich über viele Jahre gelernt, meinen Körper differenziert
wahrzunehmen. Gerade deshalb war für mich klar: Etwas, das
gegen den Körper arbeitet kam nicht infrage.
Ich suchte nach einem Weg, der nicht auf strengen Regeln,
radikalen Verboten oder äußeren Vorgaben beruht und damit nicht
das Misstrauen gegenüber dem eigenen Körper verstärkt, sondern
einen Raum eröffnet, in dem Vertrauen in die eigene Wahrnehmung
und in die natürliche Intelligenz des Körpers wieder entstehen
kann.
So entstand nach und nach die Ausrichtung auf einen neuen Weg:
nicht auf Verzicht oder Kontrolle aufgebaut, sondern auf
Verbindung.
Die
Entstehung
Eine Radikalmethode oder Diät, die mir vielleicht schnellen,
temporären Erfolg gebracht hätte, wollte ich also nicht.
Viele Tage nichts essen, große Überwindung, hoher finanzieller
und organisatorischer Aufwand und keine echte Integration in
meinen Alltag...
All das entsprach nicht meinem Weg.
Aus einem gewissen Leidensdruck, aus dieser inneren Not heraus,
entstand meine Motivation und Inspiration, mich hinzusetzen und
mir etwas Eigenes zu überlegen. Etwas, das genau zu mir und
meinen Vorstellungen passte.
Innerhalb von drei Tagen entwickelte ich eine Struktur, die ich
in einem bestimmten Zeitraum umsetzte.
Nein, ich fastete nicht lange Zeit am Stück. Ich fastete, wie
es sich für mich persönlich richtig anfühlte und wie es mein
Alltag zuließ.
Ohne es zu diesem Zeitpunkt schon zu ahnen, hatte ich hier
bereits den Grundstein für das Konzept des Intuitiven Fastens
entwickelt.
Das Intuitive Fasten war geboren.
In den vergangenen zehn Jahren ist daraus ein tief verankerter
Teil meines Lebens geworden.
Ein Weg, der sich weiterentwickelt hat, mit mir gewachsen ist
und sich immer wieder neu an den realen Alltag anpassen
durfte.
Die
Wirkung
Es entstand ein Ansatz mit konkreten, leicht umsetzbaren
Schritten, bei dem gegessen werden darf, so viel und wann man
möchte
Ein Ansatz, der individuellen Wünschen und Vorstellungen
gerecht wird und richtig Freude macht.
Ich freue mich jedes Mal auf das nächste Fasten. Und das tue
ich bis heute.
Es ist jedes Mal wieder, schon nach dem ersten Fastentag
spürbar für mich, wie gut es mir auf allen Ebenen tut.
All die Vorteile, die das Intuitive Fasten während der ersten
Umsetzung mit sich brachte, waren zusätzliche, ungeahnte
Überraschungen für mich und ich durfte realisieren, dass ich
ein richtig stimmiges Fastenkonzept entwickelt hatte.
Ein innerer
Kompass
Das Intuitive Fasten hat mich über das Loswerden körperlicher
und mentaler „Schwere“ hinaus erfreulicherweise dafür
sensibilisiert, welche Lebensmittel gut für mich sind und
welche mir nicht gut tun.
Ich spüre seither schneller, welche Lebensmittel mir Energie
und Vitalität geben und welche meinen Organismus schwächen oder
mich „schwer machen".
Das Intuitive Fasten stärkt das Körperbewusstsein und
ermöglicht darüber einen natürlichen, intuitiven Zugang zum
Essen.
Ich erlebe das seit vielen Jahren und bin immer wieder neu
dankbar dafür.
Denn für mich ist das das Tollste überhaupt:
Das Intuitive Fasten ist wie ein innerer Kompass zu einem Teil
meiner Selbst, meines Lebens geworden.
Und das kann es auch in deinem Leben werden.
Ein
Lebensgefühl
Statt aus Regeln und äußeren Vorgaben heraus folge ich mit dem
Intuitiven Fasten der Stimme, den Signalen und Bedürfnissen
meines Körpers.
Auf natürliche und selbstverständliche Weise, ohne Mühe und
Überwindung, intuitiv wissend, was mir und meinem Körper
guttut.
Das sogenannte Wohlfühlgewicht kann so zur Lebensgewohnheit
werden, zu einem Lebensgefühl, zu einer leichten, selbst
erschaffenen Realität.
Es muss kein belastendes Thema mehr sein. Es darf auch leicht
gehen.
Heute sagt mir mein Körper, wann „es wieder dran ist“, ganz
nach Bedarf. Und ich kann meinen Fokus, je nachdem, was ich
gerade brauche, immer wieder neu ausrichten.
Nach dem Winter zB. dürfen die „Wärmespeicher“ wieder
gehen.
Zum Sommer hin liebe ich es, mich leicht, fit und beweglich zu
fühlen und meine geliebte Bewegung in der Natur zu erleben.